Das 2. Standbein

MÖBEL-RESTAURIERUNG

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VORBEREITUNG


Vor Beginn jeglicher Restaurierungsarbeit wird das ganze Objekt eingehend untersucht und alle zu tätigenden Aufgaben dokumentiert, sowohl in textlicher als auch in bildlicher Version.
~ Der Start ist immer die Entfernung jeglicher Beschlagteile, Griffe, Schlösser, Scharniere etc..

~ Danach erfolgt das Abnehmen des Alt-Lackes (i. d. R. Schellack) mit einem umweltfreundlichen Abbeizer. Nach Entfernen des verschmutzten Lackes muss das Möbelstück gut abtrocknen. Alle Flächen werden dann gut geschliffen bzw. noch bestehende Lack-Inseln erneut entfernt.

~ Beim Feststellen von Holzwurm im Möbel wird mit entsprechenden Schutzmitteln lokal gearbeitet.


RESTAURIERUNG


~ Fehlstellen vom Trägermaterial bzw. Furnier werden sorgsam ausgewählt, passend zugeschnitten und mit heißem Knochenleim aufgeleimt.

~ Nach sorgfältigem Schliff können bereits erste Farbretuschierungen auf dem Furnier erfolgen.

~ Holzwurmlöcher, Risse sowie Druckstellen in der Oberfläche, die für ein späteres Schließen beim Polieren zu umfangreich sind, werden mit Holzteilen oder Hart-Wachs in entsprechender Farbnuance geschlossen. Hier kann auch ggf. farblich nachretuschiert werden, um keine hellen Flecken zu bekommen. Es folgt ein weiterer Zwischenschliff.

~ Um die Maserung des Oberflächen-Furniers gut sichtbar zu machen, wird auf die Flächen harzfreies Polieröl aufgebracht und schnell eingerieben. Nun trocknet das Möbelstück mindestens 30 Stunden. Den Abschluss bildet ein Feinschliff, um evtl. Fasererhebungen abzutragen


Falsche Restaurierung - mit Lötzinn...

POLITUR


~ Als Grundierung verwende ich Schellack in hoher Konsistenz, der bereits anteilige Mengen von Füllmaterial (Bims- oder Ziegelpuder) enthält. Die Schellack-Grundierung setze ich aus Schuppen-Schellack und vergälltem Alkohol selbst an. Bei den ersten Grundierungen kann die Konsistenz sehr "dick" sein, um bereits eine gute Lackschicht aufzutragen. Hier können ggf. Zwischenschliffe erfolgen, sollten einzelne Fasern aufquellen.



~ Die nun folgende Grundpolitur kann bis zu 60 Schichten dick werden. Zwischen jedem Lackauftrag müssen 24 Stunden Standzeit liegen, um bereits aufgetragene Schichten nicht wieder "aufzureißen". Mit ihr werden durch Zuhilfenahme der Puder - die mit Schellack umhüllt werden - die Holzporen geschlossen, bis sich eine spiegelähnliche Oberfläche bildet. Ggf. sind auch während der Grundierungs-Arbeiten noch Zwischenschliffe möglich. Diese erfolgen ausschließlich mit fein ausgesuchter Stahlwolle.


~ Profile und/oder Schnitzwerke werden mit sogenanntem "Petersburger Lack" überzogen. Dieser verläuft bei Pinselauftrag ohne jegliche Spuren und ersetzt ein aufwendigen manuelles Polieren.

~ Manche Möbelstücke besitzen schwarz abgesetzte Zierelemente. Diese Oberflächen werden mit "Klavierlack" (tiefschwarz eingefärbter Schellack) versehen. Mit entsprechend mind. 24 Stunden Trocknungszeit kann das auch mehrmals erfolgen. Ein Auspolieren mit Deckpolitur ist hier nicht nötig.



~ Die Deckpolitur ist von ihrer Konsistenz nur noch etwa halb so stark wie die Grundpolitur. Beim Deckpolieren wird weder Füllpuder verwendet noch zwischengeschliffen. Je höher die Lackschicht, umso dünner wird die Lack-Konsistenz bis man fast ausschließlich noch Alkohol im Ballen hat.
~ Um die Oberflächen von Gebrauchsmöbel widerstandsfähiger zu machen, versetze ich die letzten Lackschichten mit gelöstem Benzoe-Harz.


BESCHLÄGE


~ Diese Möbel haben in der Regel Beschlagteile aus Messing. Die Legierung bildet im Laufe der Zeit - ähnlich wie Kupfer - eine Patina, allerdings nicht in grün sondern eher in dunkelgrau bis schwarz. Diese wird bei der Restaurierung detailliert entfernt und die Oberfläche matt bis hochglänzend (je nach Kundenwunsch)poliert. Um einer weiteren "Verwitterung" entgegen zu wirken, werden die Messingteile mit Zaponlack (Metallüberzugslack) versehen.

~ Das Möbelstück ist fertig und kann abgeholt werden.

Kontaktieren Sie mich: mariki07@gmx.de oder 01 75 / 1 68 44 68

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